Vom Hampelhannes und der Balance.

Es gibt so viele Dinge, die ich schlichtweg verlernt habe. Bewegungen.
Einige kann ich nicht mehr. Das wusste ich nicht. Bis ich sie mal wieder machen wollte.

Hampelmann? Klar, weiß ich, wie der geht. Habe ich als Kind doch voll oft gemacht. Heißt jetzt übrigens „Jumping Jack“. Ja und dann stand ich da im Kurs von Silke Kayadelen und sollte den HampelJack machen. Wow. Ich war schlicht überfordert. Weil. Springen, ach was: Hüpfen ist etwas, das Kopf und Körper einfach verlernt haben.

Ein anderes Beispiel ist der Ausfallschritt. Entschuldigung. Ich meine natürlich: „Lunges“. Das ist ein perfektes Beispiel ehrlich gesagt. Hier weiß mein Kopf exakt ganz genau gar nicht, welchen Befehl er dem Körper senden muss, damit dieser in den Ausfallschritt geht. Diese Information ist schlichtweg von der Festplatte gelöscht. Nicht mehr existent. Ein Bein nach vorne, eins nach hinten. Aber dann endet der Informationsfluss. Wenn ich das erzähle, bekomme ich meist ungläubige Blicke und die Menschen denken ich nehme sie hopps. Aber nein. Leider gar nicht.

Warum das so ist? Ich denke vor allem, weil das keine alltäglichen Bewegungsabläufe sind. Also für mich nicht. Ich steh nicht morgens auf und geh dann nicht in Ausfallschrittschritten in die Küche. Und ich mache keinen Hampelhannes, wenn der Kaffee fertig ist. Darum hat mein Kopf diese nicht-relevante-Bewegungsbefehl-Info einfach gelöscht.

Richtig fuchst es mich, dass ich nicht mehr balancieren kann. Das hab ich wirklich immer gerne gemacht. Also ich spreche jetzt hier nicht von Schwebebalkensport oder so, sondern schlicht vom Balancieren auf Baumstämmen im Wald; Balancebalken auf Trimm-Dich-Pfaden oder großen Steinen und so. Draufspringen, drüber laufen, weitergehen. Nope. Ich leg mich einfach geschmeidig aufs Maul. Das kann ich leider nicht anders sagen. Weil.Ich.Nicht.Mehr.Balancieren.Kann.

Und wisst ihr, was ich auch gar nicht mehr kann?
Seilchenspringen.
Am Dienstag hatte ich so einen Kopf-Moment. Anders. Also. Ich hatte mir vor Jahren mal ein Springseil gekauft und es letztens originalverpackt wiedergefunden. Weil wir zuhause niedrige Decken haben, hab ich es mit ins Studio von Silke genommen. Ich wollte es einfach mal ausprobieren. Und so ergab es sich, dass wir uns alle mit Seilchenspringen aufgewärmt haben. Also. Wow. Auch Seilchenspringen muss ich neu lernen. Aber was ich erzählen will: Ich sah unserer Trainerin zu, wie sie Seilchen springt. Ganz simpel. Ein Sprung pro Seilumdrehung. Mein Körper rief „Jajajaja. Cool. Ich will auch“. Und mein Kopf? Sag ich euch. Der guckte ziemlich stumpf, machte „Oohmpf“ und formulierte ganz langsam folgende Buchstaben: N. E. I. N
Das machte er. Einfach so. Er sah die Bewegung und war überfordert. Und hat mich stocksteif dastehen lassen. Mit dem Springseil in den Händen.
Und ja. Es geht nur um einmal kurz hochspringen.
Da hat mein Körper meinen Kopf dann quasi an die Hand genommen und ihm gesagt, wir probieren das einfach mal. Ohne Stress. Ohne Druck. Ohne Erwartungen.
Hat geklappt.
Jetzt wird Seilchenspringen geübt.
Und Balancieren übrigens auch. Immer, wenn sich die Gelegenheit ergibt.
Und den Ausfallschritt auch.
Den HampelHannes seltener. Ich find die Übung einfach doof. Aber auch ihn will ich wieder können können.

Ich mach´s dann einfach mal, was?

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