Wenn ich unter Menschen bin, mache ich eine Sache.
Immer. Wieder. Immer wieder.
Ich konzentriere mich darauf, meine Trotteligkeit so gut es geht zu verbergen.
Würde ich das nicht tun, wüssten die Menschen in meinem Umfeld, dass ich gegen Tischkanten renne, hervorragend über meine Füße stolpern und auch Dinge umschmeißen kann. Dabei ist es mir völlig egal, ob der Tisch rund ist, ich flache Schuhe trage oder das Glas weit entfernt von der Kante am Fliesenspiegel der Küchenzeile steht. Das habe ich aber im Griff. Soweit.
Manchmal. Aber. Manchmal. Findet mein innerer Trottel andere Wege. In Form von Schafen.
„Sekundenschaf: Dumm für einen Augenblick“ heisst ein Buch von Malte Welding. Ich habe es nicht gelesen, aber der Titel hat sich eingebrannt. Aus Gründen.
Während ich also lange nichts mehr umgerissen habe, wollte ich die Tage an der Tankstelle einen Liter Milch kaufen. Also stehe ich morgens in der Tankstelle vor der Kühlung. Ich gucke. Gucke. Gucke. Scanne von links nach rechts. Und zurück. Finde Tetra-Paks Durstlöscher, aber keine Milch. Vielleicht haben sie ja aber hinten noch einen Liter. Für mich. Also stelle ich mich an. Komme dran. Frage nach Milch. „Da ist doch welche in der Kühlung. Ganz links. Da ist H-Milch.“ Ich höre mich sagen: „Neeee. Da hab ich geguckt. Da haben sie nur Hafermilch“.
„Halfvolle melk“.
Steht da drauf.
Ganz genau.
Schönen Tag.
Hafermilch. Oder: Manchmal ein bisschen dumm.
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