Ich mag Tauben. Es ist nicht richtig, dass sie die Ratten der Lüfte sind. Tauben sind unheimlich soziale und treue Tiere. Googelt mal. Also. Bei Interesse.
Im Februar habe ich Manfred gefunden. Vielleicht war es auch eine Manfred, das weiss ich nicht.
Wann immer ich Tauben sehe, denke ich an letzten Februar zurück. Ich hatte über unsere Begegnung gepostet und möchte es hier im Blog „sichern“. Darum folgt jetzt kein aktueller Text, sondern der von Februar.
Nur noch kurz in die Apotheke. Oder: Die letzten Stunden im Leben von Manfred.
Nach der Arbeit wollte ich kurz noch in die Apotheke und dann nach Hause. Auf dem Parkplatz sah ich dann diese Taube. Sie saß hinter einem Auto und bewegte sich nicht. Ich ging zu ihr und sie machte keine Anstalten zu flüchten, sondern hielt es aus. Das war nicht gut.
Aber vielleicht sonnte sie sich nur? Also ab in die Apotheke, kurz zum Bäcker. Zurück zum Auto. Zur Taube.
Ich kürze mal ab: Telefonate geführt (Danke Conny!), einen Karton organisiert. Mit Hilfe einer netten Frau die Taube davor bewahrt überfahren zu werden. Von Heiligenhaus nach Düsseldorf-Garath gefahren, weil da eine auf Wildvögel spezialisierte Tierärztin… Mittwochs zu hat. Wieder telefoniert. Ab ans andere Ende von Düsseldorf in eine Tierklinik. Tausend Mal der Hinweis, ich muss es selbst zahlen. Oder ich ruf die Feuerwehr, dass die sich kümmert. Neee. Die sollen mal Menschenleben retten. Ich mach das. Formular ausgefüllt, der Taube den Namen Manfred gegeben. Und dann im Behandlungszimmer keine gute Nachrichten. Manfred war runtergehungert. Brachte kaum noch etwas auf die Waage. Er hatte keine Chance.
Ich musste entscheiden.
Und nach den zwei Stunden Autobahn-, und Stadtverkehrfahren mit singen und Radiohören und quatschen, entschied ich in seinem Sinne. Nicht verhungern. Nicht totgefahren werden. Einfach einschlafen.
Schlaf gut, Manfred und danke für die zwei Stunden.

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