Muskelkater. Oder: Projekt „Anna macht Garten“ hat begonnen.

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Samstag war es soweit. Um 11 Uhr war ich mit meiner Mutter, der Garten- und Pflanzenexpertin, verabredet. Um 11:08 Uhr betraten wir ihn. Meinen Garten. Meinen zukünftigen. Proviant für einen Tag draussen war eingepackt und wurde dann direkt ausgepackt. Kaffee, Wasser, meine Mutter hatte einen Kuchen gebacken. Der alte, klapprige Tisch in dem offenen Verschlag neben dem vor vielen Jahren selbstgebauten Hüttchen hat das ausgehalten. Gut, dass der Verschlag überdacht ist. Es regnete. Na klar. Regen. Egal. Wir richteten uns ein und zogen dann Handschuhe über. Ich hab mir dünne geholt. Und für den Mann an meiner Seite „Männerhandschuhe“. Für den Fall der Fälle. Sollte er auch in den Garten wollen….

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„So. Wir legen jetzt erstmal den Zaun frei“. Sprach meine Mutter und stürzte sich ins Gestrüpp. Dem stand ich in nichts nach und machte mich dran. Nach der zweiten Brennnessel hab ich dann fix die „Männerhandschuhe“ über meine gezogen. Da kamen die Brennnesseln nicht durch. Hah. Und die Schatzsuche begann. Leere Flasche in Erde I. Leere Flasche in Erde II. Leere Flasche in Erde III, aber da musste der Spaten dran. Alter. Wer bohrt Flaschen in die Erde? Und noch eine. Warum??

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Das Schöne am Gärtnern und der Grund, weshalb ich es machen mag: Das Handy mit Uhr liegt irgendwo, weit weg. Soll heißen: Keine Ahnung, wie lange meine Mutter und ich den Zaun um mein Gärtchen freigelegt haben. Aber als das geschafft war, sah es schon nach großem Fortschritt aus!

Kurzes Päuschen. Käffken. Der Blick schweift über den Garten. Was als nächstes? Ok. Ich könnte rechts am Zaun weiter machen. Noch mehr Gestrüpp wegmachen. Erde ausheben. Wurzeln von ehemaligen Pflanzen rausholen. Wurzeln. Gestrüpp. Da. Das Ding hol ich mal eben raus. Denkste. Der olle Wein, der irgendwann mal gepflanzt wurde, hat all seine Kraft ins Wurzelwerk wandern lassen. Oben tot, unten handgelenksdicke Wurzeln. Ich mag die Hebelwirkung des Spatens wirklich sehr. Den Wurzeln war das aber egal. Nachdem sich meine Mutter einmal lang gemacht und wir uns vom Lachen erholt hatten, fiel mir ein: Ich hab doch ne Säge im Hüttchen gesehen. Eine halbe Stunde später war der olle Wein Vergangenheit. Hah! Ich hab Superkräfte. Und eine Säge.

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Inmitten dieser kraftvollen Euphorie erklang eine zarte Melodie. Sie kam aus dem Inneren des Hüttchens. Das Handy ging. Mein Bruder war dran. „Braucht ihr Hilfe?“ Eine knappe Stunde später war er da. Und half. Ein Steinboden, versteckt unter Wiese, wurde frei gelegt. Es wurde viel Erde bewegt. Es wurden viele Backsteine rausgetragen. Zwischendurch bekamen wir Besuch. Mein Andy und das Emil-Tier schauten vorbei. 

Joar. Und dann waren wir platt. Ende für den Tag. Noch ein Käffken trinken. Langsam zusammenräumen. Auf die Uhr gucken und feststellen, dass der erste Tag im Garten sieben Stunden lang war.

Das war am Samstag. Heute ist Dienstag. Heute habe ich das Gefühl, der Muskelkater in meinen Beinen verschwindet langsam. Gut so. Schließlich gibt es noch einiges zu tun im Gärtchen. Der Rasen muss verschwinden. Alte Wurzeln müssen raus. Damit meine Garten- und Pflanzenexpertin und ich überlegen können, wie wir den Garten anlegen. Mit Blumen. Mit Gemüse. Und mit Kräutern. Und damit wir das dann auch tun können.

Die Anfänge von „Anna macht Garten“ könnt ihr hier auch nachhören.

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