Unverhofft. Oder: einfach mal falsch abbiegen.

Ich mag es sehr. Wenn vermeintlich etwas schief geht und sich daraus aber etwas ergibt, was es nicht gegeben hätte, wäre alles nach Plan verlaufen.

Wir waren gestern frühstücken. Auswärts. Danach sind wir mit unserem Emil-Hundetier ins Neandertal gefahren um ein paar Schritte zu laufen. Aus den paar Schritten wurden viele. Wir liefen und liefen und … äääh. Wo zur Hölle sind wir gelandet? „Wenn wir da ja gestartet sind .. dann müsste.. da hinten müsste dann.. ach verdammt. Ich weiß es nicht wirklich“. Mehr Gedanken haben wir uns nicht gemacht. Irgendwo landen wir schon. Also haben wir die Natur genossen. Den Ausblick über die Wiesen und Felder. Genossen, bis wir zur Hauptverkehrsstraße kamen. WTF. Wo sind wir? Und da sah ich es. Ein rotes Auto. Beklebt. Mit Werbung für unsere Hundeschule. Hah! Wo Ankes Auto steht, wird Anke nicht weit weg sein. Und da war sie. Stand auf einer Koppel, kümmerte sich und war wohl auch ein bisschen verdutzt uns zu sehen. Natürlich stellte ich sofort die Frage, die mir unter den Nägeln brannte. „Wo zur Hölle sind wir???“. Sie lachte. Ich kurz darauf auch. Wir waren etwa 15 Minuten von unserem Auto entfernt. Die Hauptverkehrsstraße an der wir gelandet waren, kenn ich. Natürlich.

„Ihr geht jetzt da lang. Und die nächste dann rechts, dann links und dann seid ihr fast am Auto“, erklärte uns Anke den Weg zurück. Gesagt, getan – wir taperten los.

Die nächste Möglichkeit rechts. Das war falsch. Eigentlich. Theoretisch. Denn durch das falsche Abbiegen haben wir eine ältere Dame und ihre Tiere kennen gelernt. Truthähne, eine weiße Ente, schwarz-weiß gefiederte Hühner und Gänse. Es gab auch mal einen Ganter. Der wurde aber vom Fuchs gerissen. Vermutlich als er dabei war, seine Freunde zu beschützen. Die Hühner hatten in der Vergangenheit mit dem Marder zu tun…

Aus der Ferne ist ein Hundebellen zu hören. Dunkel. Dumpf. Kurze Ansagen. „Alles klar, drinnen ist also noch ein Hund“. Kaum gedacht, ging eine Tür auf. Und es erschien ein gemütlicher, aber bestimmter alter Hunde-Herr. Er schritt über den Hof auf das Tor zu. Zack, das Tor mit der Nase aufgestupst und da stand er bei uns. Begutachtete uns und unseren Emil. Lies uns nicht aus den Augen. Und hörte uns zu. Nach etwa einer viertel Stunde haben wir uns dann losgerissen – und haben weiter nach der Abbiegung gesucht, die uns zum Auto führt.

Wir sinnierten noch ein wenig über die Begegnung mit der netten Frau und über die Geschichte ihrer Tiere. Ich mag so etwas so gerne. Ich mag Offenheit und mehr noch Herzlichkeit. Ich mag sie wirklich sehr. Ich brauche sie. Ohne geht es nicht.

Bewahrt sie euch alle.

❤ ❤ ❤

 

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