Es ist, wie mein Duschgel sagt: „Ich bin überglücklich“. Das steht drauf. Auf der Verpackung. Deswegen hab ich mir die Flasche nicht geholt. Das Zeugs darin riecht lecker. Darum hab ich es geholt. Die Flasche ist noch zu. Aber auch heute früh las ich wieder den Satz „Ich bin überglücklich“…
An den Satz musste ich eben in der Küche denken. Ich bin innerlich fast ausgerastet vor Freude. Nicht in meiner Küche, sondern in der Senderküche. Ich schluffte rein und visierte den Tassenschrank an. Da wurde mein Blick abgelenkt. Ich blickte kurz nochmal weg und zack. Wieder landen meine Blicke auf der Spüle. Meine Tasse! Meine geliebte Herzchentasse! Sie ist wieder da! Wo war sie? Warum war sie von mir gegangen? Wer hatte sie versteckt und warum? Meine Tasse gehört mir nicht – wir führen eine offene Beziehung. Also sie tut das. Ich habe sie nie gekauft, aber irgendwann im Schrank entdeckt. Sie sieht hübsch aus. Sie lässt sich gut halten. Es passt viel Kaffee rein. Es ist meine Tasse. Und eben diese war über Wochen verschwunden. Die Kollegen hatten sie nicht. Das weiß ich – ich habe sie mit Argusaugen beobachtet, bzw. ihre Tassen. Ich habe rumgenölt. In der Hoffnung jemand erweicht sich und sagt: „Deine Tasse? Die mit den Herzchen .. die ist hier“. Aber nix.
Und heute früh steht sie da. Als wäre sie nie fort gewesen. Als hätte sie mich auch vermisst. Morgen trink ich wieder aus ihr. Wenn sie angekommen und wieder sauber ist. Bis dahin werde ich immer wieder nach ihr sehen und feststellen: mein Duschgel hat recht. Ich bin überglücklich.

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